Die Häufigkeit des Pankreaskarzinoms hat in den letzten Jahren zugenommen. Als Todesursache bei bösartigen Erkrankungen steht diese Erkrankung bei Männern an vierter und bei Frauen an fünfter Stelle in der Statistik. In einem Frühstadium sind Pankreaskarzinome symptomarm, weshalb eine Frühdiagnose selten möglich ist. Bei Diagnosestellung sind in der Regel 90% der Karzinome fortgeschritten und zeigen ein lokal fortgeschrittenes Wachstum oder Fernmetastasen. Etwa die Hälfte der Karzinome liegt im Pankreaskopf, etwa ein Viertel im Pankreasschwanz.
Symptome
Die Symptome sind unspezifisch. Die klassische Symptomtrias zeigt sich meist erst bei fortgeschrittenem Karzinom und besteht aus:
- Gewichtsverlust
- Gelbsucht (Ikterus) und Juckreiz (Pruritus)
- Unspezifische abdominelle Schmerzen (dumpfe Oberbauchschmerzen mit Ausstrahlung in den Rücken).
- Eine Diabetes Mellitus („Zuckerkrankheit“) kann die erste Manifestation des Karzinoms sein.
Diagnose
Bei einem Verdacht auf einen bösartigen Tumor werden verschiedene Untersuchungen durchgeführt (Computertomogramm, Ultraschall, ERCP), um die Grösse des Tumors zu bestimmen sowie Metastasen (Ableger) auszuschliessen. Die Blutwerte sind unspezifisch, es werden verschiedene sogenannte Tumormarker bestimmt (CEA, CA 19-9, DU-PAN2), um gegebenenfalls eine Verlaufskontrolle während der Therapie durchzuführen. Nicht immer sind diese speziellen Blutwerte erhöht und somit für eine Verlaufskontrolle geeignet. Eine endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie (ERCP) ist indiziert, wenn der Verdacht eines Karzinoms besteht, welches aber in den bildgebenden Verfahren (US, CT) nicht nachweisbar ist.
Therapie
Eine kurative (heilende) Therapie ist nur durch eine Operation möglich. Wenn die Kriterien für eine Operation erfüllt sind, wird eine Teilentfernung der Bauchspeicheldrüse durchgeführt. Diese Operation wird Pankreatoduodenektomie oder Whipple-Operation genannt. Ist eine Operation nicht mehr möglich, kann eine Bestrahlung und/oder Chemotherapie in Betracht gezogen werden.
Operation Pankreatoduodenektomie nach Whipple
Die Bauchspeicheldrüse wird freigelegt und der Befund (Zyste, Tumor) auf seine Entfernbarkeit geprüft. Selten können kleine Metastasen vorhanden sein, welche in der vorherigen Diagnostik nicht zu erkennen waren. Bei Tumoren im Kopf der Bauchspeicheldrüse muss zur vollständigen Entfernung des Tumors der Zwölffingerdarm, die Gallenblase und ein Teil des Magens mitentfernt werden. Eine Dünndarmschlinge wird dann zum Restmagen nach oben gezogen und mit dem Stumpf der Bauchspeicheldrüse und dem Gallengang verbunden. Zur Ableitung von Blut und Sekret wird ein Drainageschlauch neben die neuen Verbindungen am Pankreas und am Gallengang gelegt. Vorübergehend wird zudem eine Ernährungssonde in den Dünndarm eingelegt, damit während der ersten postoperativen Tage bereits eine Ernährung möglich ist bei gleichzeitiger Schonung der neuen Verbindungen.
Häufigste Fragen
Was muss ich nach dieser Operation beachten?
Sie werden nach der Operation im Allgemeinen für eine Nacht auf der Intensivstation überwacht. Für den ersten Tage (meist 4 - 5 Tage) werden Sie durch eine Magen- bzw. Ernährungssonde ernährt. Sobald die Magen- und Darmfunktion wieder hergestellt ist, wird ein langsamer Kostaufbau stattfinden.
Wie lange bleibe ich hospitalisiert?
Der Spitalaufenthalt kann je nach Verlauf zwischen 5 - 12 Tagen dauern.
Wann soll ich die Fäden (Nähte) entfernen?
Die Fadenentfernung findet nach ca. 12 Tagen durch den Hausarzt statt.
Brauche ich eine Nachbehandlung?
Sobald und das Resultat der histologischen Untersuchung bekannt ist, erfolgt eine interdisziplinäre Besprechung mit den Kolleginnen und Kollegen der Onkologie und Radiologie zur Planung der weiteren Therapie wie beispielsweise einer Radio- und/oder Chemotherapie. Anschliessend werden die Möglichkeiten mit Ihnen besprochen und der Therapieplan festgelegt.